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Auf den Ruinen einer befestigten thrakischen Siedlung entstand im 2. Jh. eine römische Stadt mit monumentalen Gesellschafts- und Wohnhäusern. Dann siedelten hier die Slawen und Protobulgaren. Das Entstehen der alten bulgarischen Stadt geht auf das 10. Jh. zurück und ist mit dem Namen des Zaren Simeon (864 - 927) verbunden. Unter dem Zaren Simeon war sie ein bedeutendes Kulturzentrum und galt laut späteren Chroniken als eine der stärksten Festungen. damals war Shoumen (Schumen) auch ein bedeutendes Wirtschaftszentrum der Bulgaren. Der Handel prägte die Stadt und ließ sie erblühen.
1388 wurde die Stadt von den Türken erobert. Mit dem Einzug der Türken verlor die Stadt nach und nach ihren bulgarischen Charakter. In ihr stellten Bulgaren, Armenier, Griechen und Juden zusammen nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung. 1444 zog kurzzeitig der polnische König Wladyslaw III. Warnencyk mit seinem Kreuzfahrerheer in Shoumen ein. Nach der Schlacht bei Varna eroberten die Türken die Festung zurück. nach der niedergeschlagenen europäischen Revolution von 1848 kamen 2000 ungarische und polnische Emigranten mit Lajos Kossuth an der Spitze nach Shoumen. Indem ausgerechnet die Türken Revolutionären Asyl gewährten, nutzten sie eine Gelegenheit, den Österreichern eins auszuwischen. Die Emigranten übten einen starken Einfluss auf die Kultur und die Heimatliebe der einheimischen bulgarischen Bevölkerung aus. 1851 gründete der Ungar Mihrly Srfrrny das erste bulgarische Orchester und 1856 wurde eine der ersten Lesehallen eröffnet, in der man sich sogar um ein bulgarisches Nationaltheater bemühte. 1886 / 87 waren hier Dimitar Blagoew und seine Frau Wela als Lehrer tätig und gründeten eine der ersten sozialistischen Gruppen in Bulgarien.
Schumia, so wurde die Stadt von den Türken genannt, war eine der Hauptpfeiler im Festungsdreieck Schumia - Rustschuk (Russe) - Silistra. Sie wuchs während der türkischen Herrschaft auf dem Balkan zu einer gewaltigen Garnisonsstadt heran, in der Handwerk und Handel seiner Bewohner in der Hauptsache auf die Bedürfnisse des Militärs zugeschnitten waren und zu fast jedem Haus ein Lädchen, ein Cafe oder eine Schenke gehörte. Das türkische Element blieb auch nach der Befreiung Bulgariens erhalten, obschon manche Bewohner der Stadt mit dem abrückenden Truppen des Sultans das Land verließen. |